Hilfe seit 90 Jahren

Die Zeiten waren schwer, als nach dem ersten Weltkrieg im Jahr 1926 die Schweinfurter Bahnhofsmission gegründet wurde. Es herrschte große Not, viele Menschen waren arbeitslos und gerade an den Bahnhöfen ballte sich das Elend. Babette Cramer und Mathilde Hermann, beide evangelisch und tief im christlichen Glauben verankert, ergriffen privat die Initiative und legten damit den Grundstein für ein heute umfangreiches Hilfeangebot.
Der Bahnhof Schweinfurt selbst war 1874 als „Rangier- und Zentralbahnhof“ in Betrieb genommen worden. Er trug die Bezeichnung „Bahnhof Oberndorf-Schweinfurt“, weil er auf dem Gebiet der damals noch selbstständigen Gemeinde Oberndorf lag. Mit der neuen Eisenbahnstrecke war eine wichtige Bahnverbindung quer durch Deutschland entstanden -  durchgehend von Stuttgart über Würzburg, Schweinfurt, Meiningen bis nach Berlin.
Die beiden ersten Leiterinnen arbeiteten zunächst ohne eigene Räume, später dann von einer nahegelegenen Baracke aus. Es gibt kaum Informationen über die Anfangsjahre der Hilfeeinrichtung. Allerdings ist das Jahr 1926 als Gründungsjahr genannt. Deshalb kann mal wohl davon ausgehen, dass die Privatinitiative ab diesem Zeitpunkt auch offiziell in den Verbund der Bahnhofsmission eintrat. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Bahnhofsmission ökumenisch  geführt.
Wie in anderen Städten kam nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten auch für die christliche Bahnhofsmission in Schweinfurt das „Aus“. 1943/1944 legten Fliegerbomben schließlich den Bahnhof und die Mission in Schutt und Asche. Mit dem Wiederaufbau des Bahnhofs bekam die Bahnhofsmission  für die kommenden Jahrzehnte ein Domizil im Nebengebäude.
Seit 2004 ist die Bahnhofsmission in neuen Räumen an Gleis 1 zu finden.
Heute bieten ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen  ein abgerundetes Hilfsangebot für Menschen in allen Notlagen an.